Kein Alarmierungssystem auf Kreisebene

Landkreis Karlsruhe sieht von Einführung und Betrieb eines eigenen smartphonebasierten Ersthelfer-Alarmierungssystems ab

Ausschuss für Umwelt und Technik des Kreistags sieht ehrenamtliche Notfallhilfe bereits gut aufgestellt, informiert Kreisrat Frank Hörter

Der Ausschuss für Umwelt und Technik des Kreistags hat in seiner Sitzung am Donnerstag, 20. März, im Lichthof der Badischen Versicherungen in Karlsruhe beschlossen, dass der Landkreis keine eigenen Finanz- oder Personalressourcen für ein smartphonebasiertes Ersthelfer-Alarmierungssystem im Rettungsdienstbereich Karlsruhe aufwenden wird. Hintergrund der Entscheidung war eine Abwägung von Kosten, Nutzen und Zuständigkeiten vor dem Hintergrund, dass der Landkreis Karlsruhe bereits heute nahezu flächendeckend durch ein bewährtes Helfer-vor-Ort-System abgedeckt ist, das ehrenamtlich von Rettungsorganisationen betrieben wird. Diese Ersthelfer sind qualifiziert, verfügen über medizinische Ausrüstung und tragen dazu bei, die therapiefreie Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zu verkürzen. Das Gremium war sich einig, dass keine Doppelstrukturen geschaffen werden sollen. Nicht verschließen würde sich das Gremium dagegen, wenn sich ein Dritter als Vertragspartner für ein solches Alarmierungssystem bereitfindet.

Die Notfallrettung ist eine Aufgabe der Bundesländer. In Baden-Württemberg ist sie auf die großen Rettungsorganisationen wie das Deutsche Rote Kreuz oder den Arbeiter-Samariter-Bund übertragen. Die Träger der Kranken- und Unfallversicherung kommen für die Kosten auf. Die Rettungskette kann durch ehrenamtliche Systeme wie einem zusätzlichen, smartphonebasierten Alarmierungssystem ergänzt werden. Das wiederum wäre aber mit erheblichem finanziellem und organisatorischem Aufwand verbunden. Die Einrichtung und der Betrieb eines solchen Systems würden über die ersten vier Jahre rund 150.000 Euro kosten. Hinzu käme ein erheblicher Verwaltungsaufwand für die Gewinnung und Betreuung von Ersthelferinnen und -helfern, die Qualitätssicherung sowie die Bereitstellung und Wartung von Defibrillatoren. Diese Aufgaben würden zusätzliche Gelder und Personal erfordern, die derzeit nicht zur Verfügung stehen.

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